Startseite » Marsch der Freunde gegen die Austragung von Konflikten mit Gewalt und Krieg und für Lösungen durch Verhandlungen und für Abrüstung » Jabhat an-Nusra auf Terroristenliste Syriens Islamisten auf dem Vormarsch. Der Versuch des Westens, die Aufständischen und damit die Ereignisse in Syrien in den Griff zu bekommen, könnte zu spät kommen. Die Dynamik im Feld lässt eher vermuten, dass islamistische Gruppen die Oberhand gewinnen. Am Montag wurde eine von 29 aufständischen Gruppen unterschriebene Erklärung ins Internet gestellt, die sich mit Jabhat an-Nusra solidarisiert, die die USA jetzt als Terrororganisation einstufen. Auch säkularistische syrische Oppositionelle haben Washington kritisiert. Der in den USA lebende Dissident Ammar Abdulhamid schrieb in seinem Blog: «Viele Rebellen und Aktivisten sehen in diesem Schritt einen Versuch, den bewaffneten Kampf zugunsten einer politischen Lösung zu unterdrücken, die den Interessen aller Rechnung trägt, ausser jenen der Revolutionäre.»

Jabhat an-Nusra auf Terroristenliste Syriens Islamisten auf dem Vormarsch. Der Versuch des Westens, die Aufständischen und damit die Ereignisse in Syrien in den Griff zu bekommen, könnte zu spät kommen. Die Dynamik im Feld lässt eher vermuten, dass islamistische Gruppen die Oberhand gewinnen. Am Montag wurde eine von 29 aufständischen Gruppen unterschriebene Erklärung ins Internet gestellt, die sich mit Jabhat an-Nusra solidarisiert, die die USA jetzt als Terrororganisation einstufen. Auch säkularistische syrische Oppositionelle haben Washington kritisiert. Der in den USA lebende Dissident Ammar Abdulhamid schrieb in seinem Blog: «Viele Rebellen und Aktivisten sehen in diesem Schritt einen Versuch, den bewaffneten Kampf zugunsten einer politischen Lösung zu unterdrücken, die den Interessen aller Rechnung trägt, ausser jenen der Revolutionäre.»

Neueste Beiträge

Archive

Kategorien

Jabhat an-Nusra auf Terroristenliste

Syriens Islamisten auf dem Vormarsch

International Heute, 20:28
Eine zerstörte Strasse in Aleppo am 5. Dezember 2012.
Eine zerstörte Strasse in Aleppo am 5. Dezember 2012. (Bild: REUTERS/Aref Hretani)
Islamistische Rebellen haben eine Armeebasis bei Aleppo eingenommen. Washington setzte die extremste Gruppe auf seine Terroristenliste.
Jürg Bischoff, Beirut

Während in der südlichen Peripherie von Damaskus die Schlacht zwischen Rebellen und Regierungstruppen unentschieden bleibt, hat die Armee im Norden des Landes eine weitere Basis aufgegeben. Aufständische sind am Montag nach einer längeren Belagerung in den ausgedehnten Armeestützpunkt bei Sheikh Suleiman im Westen von Aleppo eingedrungen, ohne dass sie auf nennenswerten Widerstand gestossen wären. Aus Videoaufnahmen zu schliessen, fiel die Basis Kämpfern der Jabhat an-Nusra in die Hände, welche die USA am Montag auf ihre Liste von Terrororganisationen setzten.

Ableger der irakischen Kaida

Mit der Einnahme von Sheikh Suleiman kontrollieren die Aufständischen das Gebiet nördlich und westlich von Aleppo bis an die türkische Grenze. Der Abzug der Regierungstruppen bestätigt den Eindruck, dass die Armee ihre Kräfte auf die Verteidigung der Hauptstadt sowie der Front zwischen Hama und Idlib konzentriert, um die Verbindung zwischen Damaskus und Latakia aufrechtzuerhalten. Aus Aleppo selbst wurden der Beschuss eines kurdischen Viertels durch arabische Rebellen und Angriffe der Aufständischen auf die Infanterieschule der Armee im Norden der Stadt gemeldet.

Mit der Qualifizierung der Jabhat an-Nusra (Beistandsfront) als ausländische Terrororganisation grenzt sich Washington von einer jihadistischen Gruppe ab, die den Rebellen im Kampf gegen das Regime grosse Erfolge gebracht hat. Laut Berichten westlicher Reporter im Norden Syriens werden ihre Kämpfer von anderen Rebellen geschätzt, weil sie kampferprobt, gut ausgerüstet und offensiv sind. In der Bevölkerung sind sie beliebt, weil sie sich im Unterschied zu anderen Verbänden kaum in bewohnten Gebieten niederlassen. So bleibt die Bevölkerung von Angriffen der Regierungstruppen verschont.

Laut Angaben amerikanischer Experten ging die Organisation aus der Kaida nahestehenden Gruppen hervor, die im Irak während der amerikanischen Besetzung gegen Amerikaner und Schiiten vorgingen. Der irakische Hintergrund der Gruppe zeigt sich in den Autobomben und Selbstmordanschlägen, die sie Anfang Jahr in Syrien eingeführt hat. Neben Syrern und Irakern sollen auch Hunderte von Kämpfern aus anderen muslimischen Ländern in der Jabhat an-Nusra und anderen Rebellenverbänden kämpfen.

Spaltung verschärft

Am Montag wurde eine von 29 aufständischen Gruppen unterschriebene Erklärung ins Internet gestellt, die sich mit Jabhat an-Nusra solidarisiert. Auch säkularistische syrische Oppositionelle haben Washington kritisiert. Der in den USA lebende Dissident Ammar Abdulhamid schrieb in seinem Blog: «Viele Rebellen und Aktivisten sehen in diesem Schritt einen Versuch, den bewaffneten Kampf zugunsten einer politischen Lösung zu unterdrücken, die den Interessen aller Rechnung trägt, ausser jenen der Revolutionäre.»

Washington, das sich seit Monaten um eine geeinte syrische Opposition bemüht, scheint mit der Ächtung der Jabhat an-Nusra das Gegenteil zu bewirken. Immer deutlicher zeichnet sich eine Spaltung zwischen prowestlichen und islamistischen Gruppen ab, und die Dynamik im Feld lässt eher vermuten, dass islamistische Gruppen dabei die Oberhand gewinnen. Der Versuch des Westens, die Aufständischen und damit die Ereignisse in Syrien in den Griff zu bekommen, könnte zu spät kommen.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/syriens-islamisten-auf-dem-vormarsch-1.17884914


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: